Sparen

Die tickende Zeitbombe

Vor uns liegt eine Zeit der Altersarmut, welche weite Kreise der Bevölkerung betreffen wird. Auch - und vielleicht gerade jene Schichten, die nie damit rechnen würden.

Für das Alter sparen war nie so nötig wie heute - und selten so wenig attraktiv. Seit Monaten wirft die Europäische Zentralbank (EZB) Geschäftsbanken frisches Geld im Grunde hinterher. Zwar ist der Wettbewerb um Kundeneinlagen dennoch in vollem Gange, weil Banken auf Dauer eine stabile Kundenbasis brauchen. Doch hohe Zinsen für Tages- und Festgeld suchen Anleger derzeit meist vergeblich. Im Gegenteil: Oft taugen die Angebote nicht einmal zum Ausgleich der Inflation. Experten warnen vor riskanten Alternativen.

"Nach Abzug der Inflation macht jeder, der sein Geld auf dem Konto, dem Sparbuch oder in Bundesanleihen anlegt, ein Verlustgeschäft", urteilte der deutsche Finanzexperte Bert Flossbach von der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch schon im Mai in einer Mitteilung mit dem Titel: "Die Enteignung der Anleger hat begonnen".

In dieselbe Kerbe schlug Mitte Juni der Chef des Versicherungsverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, im Gespräch mit der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit":

"Der Altersvorsorgesparer zahlt die Zeche für die expansive Geldpolitik zur Stützung von Banken und Staaten. Dazu kommt die höhere Inflation.
Das Geld der Sparer wird täglich weniger wert. Das ist eine schleichende Enteignung."


Geld in Europa ist billig wie nie - zumindest für die Banken.

Die Rechnung ist im Grunde einfach, wie ein Blick auf Daten der Frankfurter FMH Finanzberatung zeigt:

Wer auf dem Sparbuch für 0,5 Prozent Jahreszins 20.000 Euro anlegt, verliert bei einer Inflation von 2,1 Prozent pro Jahr 1,6 Prozent an Kaufkraft. Im Verlauf von zehn Jahren verringert sich der reale Wert der Anlage bei gleichbleibenden Bedingungen auf nur noch 17.020 Euro, was einem Verlust von fast 15 Prozent entspricht.


Obwohl das vielen klar ist, bleiben die meisten Menschen traditionellen Anlageformen treu - auch, weil Rendite für manche Sparer nicht alles ist.

Wer sich nach lukrativen Alternativen umschaut, sieht sich entweder zu exotischen Banken oder in riskante Anlagen getrieben.

Zum Sparzinsenvergleich: