Die ?Gefahr der neuen Armut? sollte man nicht unterschätzen

Börsekurier: Pensionsreformen schützen vor Pensionslücke nicht - im Gegenteil.

Börsekurier: Pensionsreformen schützen vor Pensionslücke nicht - im Gegenteil.

Der Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs hat den aufrüttelnden „Pensionsreport 2012“ verfasst. Darin wird nicht nur die „Ohnmacht der Politik“ kritisch betrachtet, sondern auch der Generationenkonflikt und der Geschlechterkonflikt im jetzigen staatlichen Pensionssystem beleuchtet.

Anhand der realistisch zu erwartenden Pensionsleistungen „des Staates“ warnt der Report vor der „Gefahr der neuen Armut“ (im Alter) und räumt mit Denkfehlern und Illusionen auf.

Verhängnisvolle Fehler

Ein häufiger Denkfehler in unserer eigenen „Pensionsberechnung“ ist: Wir alle dürfen nicht nur berechnen, wann wir in Pension gehen werden bzw. wollen, sondern auch, wie lange wir dann noch leben werden, sprich Pension beziehen wollen. Wer heute 40 ist, hat eine Lebenserwartung von mindestens 90 Jahren, geht ungefähr 2037 in Pension und hat dann noch eine Pensionszeit von gut 25 Jahren vor sich.

Bleibt nur zu hoffen, dass „der Staat“, das öffentliche Umlagesystem, bis ins Jahr 2062 eine „wohlverdiente“ Pension problemlos zahlen kann. Von der jetzt ausgerechneten bzw. von den heutigen Sozialversicherungsgesetzen „versprochenen“ Höhe ganz zu schweigen.
Dazu kommt, dass sich die demographische Entwicklung nicht umkehren lässt. Da das Verhältnis von Beitragszahlern zu Pensionisten absehbar auf 1:1 steigt, wird im  Umlagesystem in spätestens 25 Jahren ein Pensionsempfänger von einem Aktiven finanziert werden müssen. Wenn man als Ruheständler dann gerne wenigstens 70 % seines Letzteinkommens als Pension hätte, wären das bei einem Letztbezug von z. B. 3.000 € insgesamt 2.100 € Pension pro Monat. „Viel Glück dabei, jenen Beitragszahler zu finden, der bereit sein wird bzw. es sich leisten kann, Ihnen dann Ihre gewünschten 2.100 € Pension monatlich zu finanzieren“, meint der Pensionsreport dazu
sarkastisch.

Eigenvorsorge ja, aber ...

Eigenvorsorge ist also ein dringendes Thema. Jedes Monat z. B. 70 € für die (Zusatz-) Pension zur Seite zu legen, ist sicher wichtig und notwendig Um später eine vernünftige laufende Zusatzpension zu haben, müsse man bei einem realistischen Nettozinssatz mit einem Kapitalbedarf zu Pensionsantritt von um die 300.000 € rechnen, so der  Pensionsreport.

Mit 70 € pro Monat braucht man dazu (zu) lange. Der Faktor Zeit ist also  in unterschätzter Faktor, jeder verlorene Monat kostet „am Ende“ einige Tauend Euro.

Dass viele Menschen das Pensionsfinanzierungsthema gerne verschieben oder verdrängen, hängt auch mit mehreren „Unterschätzungen“ zusammen.

Der Pensionsreport rechnet vor:

Um später eine lebenslange Zusatzpension von 1.000 € pro Monat zu erzielen, braucht es bei einer Nettorendite von 3 % ein Kapital von gut 220.000 €.

3 % klingt nicht viel? Ja, aber man muss bedenken, dass diese Nettorendite nach Abzug der Inflation und der KESt übrig bleiben soll. (Die jetzigen Anlagezinsen bringen diesbezüglich ja reale Sparverluste statt einem Realzuwachs.)

Bei einem Ausgangskapital um die 220.000 € muss man sich schon lange vorher fragen, ob der  eigene „Sparplan“ realistisch darauf ausgerichtet ist.

Dabei darf man ja nicht vergessen, die auch da hineinfallenden anderen Finanzierungskosten, die ja aufrecht bleiben - wie Auto, Haus, Kinder/Enkel etc. - vorher abzuziehen. Was bleibt dann?

Mehr als man glaubt

Aber nicht nur die Höhe des erforderlichen Kapitalstocks wird oft unterschätzt, sondern auch die Höhe der erforderlichen Zusatzpension.

Rechenbeispiel des Pensionsreports:

Angenommen, man hat zu Pensionsantritt ein Letzteinkommen von 3.700 € als Lebensstandard - den man ja gerne beibehalten will. Und angenommen, man findet - als jetzt Unter-55-Jähriger - dann einen Aktiven, der einem im Umlagesystem vielleicht 700 € zahlen will bzw. kann, müsste man für die restlichen 3.000 € selbst aufkommen.

Dazu bräuchte man (siehe oben) schon einen Kapitalstock der Eigenvorsorge von rund 660.000 €.

Dazu kommt, dass für die Zeit bis zum Pensionsantritt und danach die Auswirkungen der Inflation unterschätzt werden. Auch bei gering angenommen Inflationsraten muss ein heute Vierzigjähriger, wenn er bei Pensionsantritt eine Zusatzpension von nach heutigem Geldwert 1.000 € will, mit einem Kapitalaufbau für dann gut 1.300 € kalkulieren, sprich mit einem Kapitalbedarf von rund 290.000 €.

Und wenn man dann noch an die 30 Jahre in Pension ist, zerfrisst die Inflation die Kaufkraft der Pension weiter.

Zu den diversen „Pensionsreformen“ der Politik meint der Mitbegründer und Obmann des Vereins der Pensionsbeitragszahler Österreichs Walter Worresch: „Der Staat treibt mit der Unwissenheit der Bürger ein unmoralisches Spiel.“ Daher hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, die Beitragszahler - die schließlich das Sozialsystem finanzieren - aufzuklären und zu informieren.

Der Artikel zum Download


Leserbrief im Profil

Abdruck eines Leserbriefes von Walter Worresch an Christian RAINER im PROFIL

Sehr geehrter Herr Rainer!

Danke für Ihre perfekte Analyse des soeben beschlossenen Sparpakets.

Nur in dem Punkt, dass es keine Interessenvertretung der Beitragszahler gebe, irren Sie. Der Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs hat sich zum Ziel gesetzt, genau diese Interessenvertretung zu übernehmen.

Das Ziel kann aber nicht sein, Pensionskürzungen für die nachkommende Generation zu verhindern, denn das wäre aufgrund der demografischen Entwicklung weltfremd.

Aber diese Kürzungen gehören klar und offen kommuniziert, sodass sich diese Generation nicht in der Sicherheit eines funktionierenden, lebensstandarderhaltenden Pensionssystems wiegt und endlich Eigeninitiative ergreift.

Selbstverständlich haben auch die heutigen Pensionisten ihren Beitrag dazu zu leisten.

Der entscheidende Punkt dabei ist aber, dass die im Pensionssystem eingesparten Beträge nicht in diversen Budgetlöchern versanden dürfen, sondern den Beitragszahlern zum Aufbau einer sinnvollen Eigenvorsorge zugute kommen müssen.

WALTER WORRESCH
OBMANN
DIE PENSIONSBEITRAGSZAHLER
ÖSTERREICHS

Der Abdruck im Profil

Christian Rainer
Das Amen im Ministerrat

Nur die Macht des Faktischen gibt dem Sparpaket ein wenig Sinn. Reicht das?

Vor hundert Jahren lag die Lebenserwartung von österreichischen Männern bei 44 Jahren, Frauen wurden im Schnitt 47. Wäre das heute noch so, dann hätte sich die Regierung mit ihrer Budgetpolitik ein wenig leichter getan. Rund ein Viertel der Staatsausgaben fließt in Pensionen, das faktische Pensionsantrittsalter ist 58. Noch Fragen?

Eine andere Statistik (realitätsnäher, da die Werte des Jahres 1912 durch die hohe Kindersterblichkeit verzerrt sind): Von allen Menschen weltweit, die jemals in der Geschichte 65 Jahre alt wurden, leben heute noch zwei Drittel. Auch diese Zahlen geben einen deutlichen Hinweis auf die wichtigste Ursache der Budgetnot in Österreich (und anderswo).

Schließlich: Die Aufwendungen des Bundes für Pensionen stiegen zwischen 2001 und 2010 um 53,5 Prozent, als Anteil an den Gesamtausgaben von 18 auf 24 Prozent. 2012 wird der Pensionszuschuss des Bundes erstmals höher sein als das gesamtstaatliche Defizit. (Wie war das mit der Pensionsreform von Schwarz-Blau, der neben dem legendären Nulldefizit und dem Niederringen der FPÖ wichtigsten Errungenschaft jener Periode?)
Wenn man das, was uns nun recht unausgereift (Finanztransaktionssteuer!) als Sparpaket präsentiert wird, im Lichte dieser Berechnungen sieht, dann wird klar, war­um der Löwenanteil des fehlenden Geldes aus dem Umfeld der Renten kommen muss: die Macht des Faktischen. Wer einen Plan vermutet, wird enttäuscht. Vielmehr liegt hier – erstens – die größte Spielmasse. Ein höheres Antrittsalter von einem Jahr spart 1,2 Milliarden Euro. Der Widerstand ist – zweitens – gering, da es vor allem um zukünftige Pensionisten geht. Diese haben keine gemeinsame organisierte Lobby. Und zufällig – drittens – kommt der Politik eben die demografische Entwicklung entgegen: Während das Pensionsalter in den vergangenen 40 Jahren um durchschnittlich zwei Jahre gesunken ist, stieg die Lebenserwartung im selben Zeitraum um gut zehn Jahre – macht zwölf Jahre Pension, die nun zusätzlich finanziert werden müssen oder eben nicht (siehe oben).

„Zufällig?“ Selbstverständlich. Die Regierung sucht hier bloß den Weg des geringsten Widerstandes und trifft dabei ins Schwarze. Das also ist Politik. (Zynisch darf man positiv anmerken: Immerhin brachte niemand jenes Argument ins Spiel, das vor wenigen Jahren zur Standardausrüstung von Gewerkschaft und Arbeiterkammer gehörte, dass nämlich ein höheres Pensionsalter zu Massenarbeitslosigkeit führen muss.)

Warum diese ausführliche Beschäftigung mit einem Teilaspekt des Spar- und Steuerpaketes? Weil hier einmal mehr und wie das Amen im Ministerrat vorgeführt wird, dass diese Regierung keine Politik macht, das übergeordnete Ganze nicht im Blick hat, dass jede Vision fehlt, dass stattdessen per Interessenabgleich Entscheidungen getroffen werden – und all das erst dann, wenn nicht nur der Hut brennt, sondern die Haare auch.
Wenn zufällig das Richtige getan wird wie bei den Pensionen, dann erklärt das niemand so, dass jeder es kapieren kann: „Zwölf Jahre mehr in 40 Jahren ist zu teuer“, das würde jeder einsehen. (Und dann wäre vielleicht auch eine stärkere Anhebung des Rentenalters drinnen.) Folgerichtig bleiben auch alle anderen Fragen unbeantwortet beziehungsweise werden sie nur mit einem dumpfen „Spardruck“ quittiert.

Warum sehen die Einsparungen bei den Beamten so und nicht anders aus?
Welche Förderungen wird es nicht mehr geben, und auf Basis welcher ökonomischen und gesellschaftspolitischen Überlegungen haben sich genau diese überholt?

Mit welchem mathematischen Modell unter Einbeziehung welches Nobelpreisträgers wurden die zukünftig erlaubten Kostensteigerungen im Gesundheitssystem errechnet? (Und bedeutet das, ab sofort werden Operationen und medikamentöse Behandlungen bei Erreichen dieses Steigerungsfaktors abgebrochen?)

Welches ist die tiefere Bedeutung des Wortes „Solidarität“ bei Spitzenverdienern? (Ja, das ließe sich erklären – mit dem Auseinanderklaffen der ­Vermögensverteilung. Problem nur: Da wäre eine Vermögens- und Schenkungssteuer die geeignete Gegenmaßnahme, nicht eine zusätzliche Einkommensabgabe.)

Und zuallerletzt, zusammengefasst und vielleicht am wichtigsten: Wo wird weggenommen, weil sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geändert haben oder bisherige Leistungen sinnlos waren (etwa in der Geburtenpolitik), wo wird zusätzlich gezahlt (etwa bei Bildung und Forschung)?

Kommentar zum letzten Absatz: Dazu gibt es genau nichts, null, zero von dieser Regierung.

christian.rainer@profil.at

zum Originalartikel


Blecha: Detail-Verhandlungen über Pensionsanpassung 2013 im kommenden Herbst

Details einer Presseaussendung von Karl Blecha. Ohne weiteren Kommentar!

Wien (OTS) - "Österreich ist eines der wenigen Länder, in dem von Pensionsanpassungen und nicht von Pensionskürzungen gesprochen wird", erklärte Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha. Der Chef der größten Seniorenorganisation wertet es absolut als Erfolg, Pensions-Nullrunden und Krankenversicherungs-Beitrags-Erhöhungen für Pensionisten abgewendet zu haben. "Denn dann hätte es ein Pensionsminus gegeben, jetzt gibt es immer noch ein Plus!", so Blecha. "Wie die im nächsten Jahr gedämpfte Anpassung im Detail aussehen wird, verhandeln wir im Herbst", kündigte Blecha an. "Das ist mit Sozialminister Hundstorfer vereinbart", so Blecha.

...

Dass die staatlichen Prämien für die Privat-Pensionspolizzen, "die dazu verwendet wurden, dass den Jungen eingeredet wurde, das sie keine gesetzliche Pension bekommen werden", halbiert wurden, sieht Blecha ebenfalls positiv.

"Die Pensionistenvertreter haben zwei Wochen permanent verhandelt. Es hat sich gezeigt, wie wichtig die Pensionistenverbände sind und es hat sich auch gezeigt, dass wir gut und verantwortungsbewusst verhandelt haben. Blecha berichtete von einer völligen Übereinstimmung ALLER im Österreichischen Seniorenrat vereinten Pensionistenorganisationen nach dem Motto: Gemeinsam auftreten und vertreten. Die angekündigten "Hämmer" wurden abgewehrt", so Blecha abschließend.

 


Derartige Aussagen kann man einfach nicht weiter kommentieren.

 


Pensions-Symposium

Am Samstag 24.03.2012 findet im „Austria Trend Hotel Park Royal“ das erste große Pensions-Symposium des Vereins statt

Am Samstag 24.03.2012 von 14:00 bis 19:30 findet im „Austria Trend Hotel Park Royal“ das erste große Pensions-Symposium des Vereins statt.

Erwartet werden um die 250 Teilnehmer und prominente Vertreter der Wirtschaft und der Presse.

Die Themen des Symposiums

In diesem Symposium werden u.a. folgende Punkte behandelt:

  • Alles über die Auswirkungen des aktuellen Sparpakets auf ihre künftige Pension
  • Warum ist die Höhe der staatlichen Pension im Gegensatz zu Politikerbehauptungen nicht sicher?
  • Warum bekommen künftige Pensionisten bei gleichen Voraussetzungen weniger Pension?
  • Warum der so genannte „Verlustdeckel“ bei jüngeren Menschen nicht wirksam wird.

Die Höhepukte des Symposiums

Das Seminar bringt darüber hinaus zwei weitere Höhepunkte:

  • Es werden alle, die Pensionen betreffenden Maßnahmen des „Sparpakets“ und deren Auswirkungen auf künftige Pensionen präsentiert und besprochen.
  • In einer Life-Demonstration wird gezeigt, wie man eine „e-card“ in eine Bürgerkarte verwandelt und damit sofort Versicherungszeitenbestätigung und/oder  Pensionskontoauszug von der PVA herunterladen und gemeinsam mit dem Kunden analysieren kann.


Alle Experten sind sich einig: Die staatlichen Pensionen werden – nicht zuletzt durch das Sparpaket der Regierung – weiter sinken. Lassen Sie sich über die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf Sie persönlich aufklären.

 

INHALT:

  • Die Auswirkungen der demographischen Veränderungen auf das staatliche Pensionssystem
  • Warum die Pensionen in den letzten 20 Jahren um bis zu 30% gesunken sind
  • Warum die Pensionen weiter sinken werden
  • Die Faktoren für die Pensionshöhe im ASVG und APG
  • Die Auswirkung der Verlängerung der Durchrechnung anhand von Beispielen
  • Die Versicherungszeitenbestätigung und wie man daraus den Pensionsanspruch berechnet
  • Änderungen im Pensionssystem aufgrund des „Sparpakets“
  • Wie man die ecard zur Bürgerkarte macht (Life-Demonstration)


Referenten: Peter MANHART (Pensionsexperte) & Walter WORRESCH (Obmann des Vereins)

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Über Ihre Anmeldung (bitte auch Begleitpersonen angeben) freuen wir uns unter symposium@diepensionsbeitragszahler.at

 


Will nicht, dass Junge für dumm verkauft werden

DerStandard.at: Pensionsreformer Tomandl über die unfähige Pensionskommission, privilegierte Single-Frauen und das ideale Rentenmodell.

DerStandard.at: Pensionsreformer Tomandl über die unfähige Pensionskommission, privilegierte Single-Frauen und das ideale Rentenmodell

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derStandard.at: Wenn man Ihr Buch liest, kommt man zum Schluss, dass das Pensionssystem nicht gerecht ist, weil die Jungen derzeit draufzahlen. Hätten Sie als Pensionist eine Nulllohnrunde für Pensionisten befürwortet?

Tomandl: Die ältere Generation ist dafür verantwortlich, dass wir weniger Kinder haben und sich dadurch die Pensionsfinanzierung verschlechtert hat. Deshalb erscheint es gerecht, dass nicht nur die Jungen Opfer bringen müssen, sondern auch die Alten einen Teil der Lasten mittragen. Es ist dann eine rein technische Frage, ob man es so macht, dass man die Pensionsanpassung einmal ausfallen lässt oder ob sie über mehrere Jahre weniger stark erfolgt.

derStandard.at: Eine Nulllohnrunde haben die Pensionistenvertreter heuer wieder nicht zugelassen, SPÖ-Seniorenchef Karl Blecha hatte im Vorfeld sogar mit Demonstrationen gedroht.

Tomandl: Es ist ein völliger Systembruch geschehen, als die Regierung angefangen hat, mit den Pensionisten über die Pensionsanpassung zu verhandeln. Denn die Pensionsanpassung ist gesetzlich genau festgelegt. Darauf beruhen die Vorausberechnungen zur langfristigen Pensionssicherung.

Wenn jedes Jahr eingegriffen wird und die Grundlagen verändert werden, hat das Auswirkungen für die gesamte Zukunft. Unbedenklich wären nur Einmalzahlungen, wenn dies die aktuelle Wirtschaftslage erlaubt. Der Systembruch geschieht weiterhin, da wird einfach zusätzlich etwas herausverhandelt. Das ist ein Politikum, denn die Pensionisten sind eine politische Macht.

derStandard.at: Sie schreiben in Ihrem Buch, wenn sich die Politik weiterhin mit kurzfristigem Krisenmanagement begnüge, komme es 2020 zu einer dramatischen Situation, aber das stünde in keinem Vergleich dazu, was uns 2030 erwarte. Wollten Sie mit Ihrem Buch aufregen?

Tomandl: Ich wollte keinen Schock erzeugen, sondern im Gegenteil zeigen, dass wir das System handhaben können, dass dies aber eine politische Entscheidung ist.

Ich habe es im Interesse meiner Kinder und Enkelkinder, also für junge Leute, geschrieben.

Aber zu Lesungen kommen immer nur die Älteren. Die Jungen kommen nicht.

Ich wollte, dass sie sich mit der Pensionsproblematik auseinandersetzen und nicht für dumm verkauft werden.

Noch heute glauben viele Menschen, dass ihr Pensionsbeitrag zur Finanzierung ihrer eigenen Pension dient. Dass damit jeweils nur die laufenden Pensionen finanziert werden, ist noch nicht wirklich durchgedrungen.

Man muss den Leuten unangenehme Wahrheiten sagen. Es ist wichtig, dass die Menschen informiert werden und ihren politischen Einfluss geltend machen, damit etwas geschieht. Solang es so ist, dass der die nächsten Wahlen verliert, der eine Pensionsreform macht, ist es sehr schwer.

...

... zum Artikel


Pressekonferenz

Pressekonferenz

Pressekonferenz


Pressekonferenz

Wir fordern: "Rasche und massive Eingriffe in das bestehende Pensionssystem, denn nur so kann es langfristig erhalten werden. Zweckgewidmete Verwendung von Einsparungsmassnahemn zur Entlastung der aktiven Beitragszahler!"

Der „PENSIONS-REPORT 2012“ ist online!

Der Staat treibt mit der Unwissenheit der Staatsbürger ein unmoralisches Spiel! Der Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs hat sich zum Ziel gesetzt, die Beitragszahler – die schließlich das Sozialsystem finanzieren – aufzuklären und zu informieren.

Wir fordern:

  • "Rasche und massive Eingriffe in das bestehende Pensionssystem, denn nur so kann es langfristig erhalten werden.
  • Zweckgewidmete Verwendung von Einsparungsmaßnahmen zur Entlastung der aktiven Beitragszahler!"


DREI FRAGEN AN DIE POLITIK:

1) Warum behaupten sie, die staatliche Pension sei die einzig sichere, wenn die künftige Pensionisten für gleiche Leistung um bis zu 50% weniger Pension bekommen werden?

2) Warum erhalten zwei Personen, die in der gleichen Firma, bei gleichem Gehalt, zu gleicher Zeit gearbeitet haben und beide mit 62 in Pension gingen, unterschiedlich hohe Bemessungen?

3) Warum zahlen nur die künftigen Pensionisten die Zeche für die Unfähigkeit der Regierungen und die schon in Pension befindlichen Personen bleiben ungeschoren, so dass Sie für gleiche Leistung deutlich mehr erhalten?


In Kürze erhalten Sie hier auch die den Videomittschnitt von der Pressekonferenz am 19.12. mit den Live-Statements der Experten...

 

Das Echo in der Presse:

 >> Artikel SALZBURGER NACHRICHTEN (20.12.2011)

>> Artikel DIE PRESSE (20.12.2011)

>> Artikel WIRTSCHAFTSBLATT (20.12.2011)

>> Meldung KRONEN ZEITUNG (20.12.2011)

>> Interview FONDSEXKLUSIV (20.12.2011)

>> Artikel VERSICHERUNGSJOURNAL (20.12.2012)


Ich wundere mich, warum sich die Jungen das gefallen lassen

Der Standard: Ein Interview mit WALTER PÖLTNER (59), Sektionschef im Sozialministerium über Pensionistenvertreter, die sich nicht an den Generationenvertrag halten

Ausschnitte des Interviews:

Pöltner: Sozialpolitik ist wie ein Öltanker. Sie drehen am Ruder und drei Stunden später dreht sich der Tanker langsam. Der Finanzminister glaubt immer, wenn wir eine Lösung präsentieren, wirkt sich das gleich im nächsten Jahr aus.

...

derStandard.at: In Österreich gibt es immer mehr Pensionisten und immer weniger junge Menschen, die für die Pensionen aufkommen müssen. Haben Sie die Forderungen der Pensionistenvertreter angesichts dessen in Ordnung gefunden?

Pöltner: Nein! Ich wundere mich immer, warum sich die Jungen das gefallen lassen. Ich hab den Pensionistenvertretern einmal vorgeschlagen, ein Jahr lang auf die Pensionsanpassung zu verzichten - heuer sind das beispielsweise 2,7 Prozent, also knapp eine Milliarde Euro. Sie hätten sagen können, dass das Geld stattdessen in die Bildung gesteckt wird. Das wäre doch ein Zeichen. Denn wir wissen, dass ein großer Teil für die Pensionen ausgegeben wird und dass wir zu wenig für die Bildung ausgeben. Die Pensionisten hätten sagen können: Wir finanzieren die Jugend. Aber diesen Generationenvertrag schaffen die Pensionistenvertreter nicht.

Zum Interview.


Ausgaben für Pensionen und Zinsen bald bei über 30 Mrd.

Ein aktueller Bericht des ORF, der zu denken geben sollte

ORF-Online

Die Ausgaben für Pensionen und Zinsen steigen bis ins Jahr 2015 auf 40 Prozent der Gesamtausgaben des Bundes. Im Vorjahr machten sie noch 33,9 Prozent der Gesamtausgaben aus. Das geht aus dem aktualisierten und finalen Bundesrechnungsabschluss 2010 hervor, der vom Rechnungshof (RH) heute veröffentlicht wurde.

Ein Minus wies im Vorjahr erneut der Primärsaldo auf - also der „operative“ Saldo des Bundes (abzüglich der Ausgaben für Zinsen und Rücklagen).

In absoluten Zahlen betrugen die Ausgaben für Zinsen und Pensionen im Vorjahr 22,8 Mrd. Euro. Bis 2015 steigen diese Ausgaben gemäß Bundesfinanzrahmengesetz auf 30,2 Mrd. Euro an - ein Anstieg um 7,4 Mrd. Euro bzw. 32,4 Prozent, so der RH.

60 Prozent der Nettosteuereinnahmen

Damit werden im Jahr 2015 laut RH bereits 60 Prozent der Nettosteuereinnahmen für Pensionen und Zinsen aufgewendet. Im Vorjahr waren es noch 57,3 Prozent.

Die Ausgaben für Zinsen alleine machten im Vorjahr 5,74 Mrd. Euro aus bzw. 8,5 Prozent der Gesamtausgaben. Im Jahr 2015 wird dieser Posten bei 9,54 Mrd. Euro bzw. 12,6 Prozent der Gesamtausgaben liegen.

Publiziert am 14.09.2011 ORF-Online

 


 

Sehen Sie auch das Video: Katastrophen kommen rascher als man denkt


Der Wahnsinn geht weiter: Spielraum für Pensionserhöhung größer

KURIER: Der Sozialminister gibt für die Senioren heuer weniger aus als geplant. Deshalb will er bei der Anpassung für 2012 großzügiger sein.

KURIER: Der Sozialminister gibt für die Senioren heuer weniger aus als geplant. Deshalb will er bei der Anpassung für 2012 großzügiger sein.

Darfs ein bisschen weniger sein? Mit diesem Motto gehen Politiker üblicherweise in Verhandlungen. Doch bezüglich der Pensionsanpassung 2012 zeigt sich SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer bereits vor Verhandlungsbeginn ungewöhnlich großzügig.

Laut Schätzungen seines Ministeriums fällt der Bundeszuschuss zu den Pensionen 2011 geringer aus als angenommen. Mit wahrscheinlich 9,2 Milliarden Euro ist er aber immer noch enorm.

Hundstorfer führt die positive Entwicklung auf die gute Konjunktur - dadurch kommen mehr Beiträge herein - und einen minimalen Rückgang bei den Pensionsantritten zurück. Dadurch ist für ihn auch die Finanzierung der Pensionsanpassung 2012 gesichert.

2,7 Prozent mehr für die zwei Millionen Pensionisten kosten rund eine Milliarde Euro. "Das ist finanzierbar. Das ist heuer kein großes Thema", sagt der Minister. Mehr soll es aber nicht geben, auch wenn die Seniorenvertreter mehr Geld für niedrige Pensionen fordern.

zum Artikel


Also, der Hr. Sozialminister zeigt sich also großzügig.

Dann halten wir doch einmal fest:

Der Bundeszuschuss zu den Pension beträgt immer noch über 9 Mrd. Euro. D.h., zusätzlich zu den Pensionsbeiträgen, zahlt der Staat über 9 Mrd. Euro um das System am Leben zu halten. Woher kommt dieses Geld? Das sind klarerweise Steuergelder - bezahlt aus einer Wirtschaftsleistung, die die Beitragszahler erarbeiteten.

Zurückzuführen ist die Verringerung des Bundeszuschusses auf die gute Konjunktur. Man kann da den Beitragszahlern nur für die gute Wirtschaftsleistung gratulieren. Und der daraus resultierende  Mehrertrag soll postwendend wieder an das Pensionssystem abgeliefert werden!

Herr Sozialminister, wie wäre es, wenn diese Verringerung des Bundeszuschusses denen zugute kommen würde, die auch die wirtschaftliche Leistung erbracht haben.

Jene 400 Mio. Euro, die der Bundeszuschuss geringer ausfällt, als geplant müssen für eine Entlastung der aktiven Bevölkerung aufgewendet werden.

Sie selbst erklärten in einem Interview im Standard vor ca. einem Jahr: "Es gibt Leute, die müssen mit der Pension auskommen, weil sie gar nicht die Möglichkeit haben, nebenbei noch Geld zu verdienen und sich etwas anzusparen." (zum Interview)

Jetzt gäbe es die Gelegenheit, diese "Leute" finanziell zu entlasten, um ihnen die Möglichkeit zur Eigenvorsorge zu geben!


KURIER: WKO: Pensionsprivilegien unter Beschuss

Dass seine Mitgliedsgelder in der Wirtschaftskammer für Pensionen verwendet werden, erzürnt den Strabag-Chef.

Durch kräftige Spekulationsverluste im Zuge der R-Quadrat-Pleiten ist der Pensionsfonds der Wirtschaftskammer ins Gerede gekommen.

Bis zu 70 Prozent des Letztbezugs muss der Fonds den Wirtschaftskammer-Pensionisten mit Altverträgen zahlen - doch der Fonds kämpft mit Finanzproblemen.

Heftige Kritik an dieser Pensionsregelung kommt nun von Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner.

"Mehrere Millionen" Euro an Kammerumlage zahlt sein Unternehmen jährlich an die Wirtschaftskammer.

"Solche Pensionsprivilegien kommen einer Beraubung der nachfolgenden Generation gleich und sind nicht zu rechtfertigen", meint er zum KURIER.

Die meisten Mitarbeiter der Pflichtmitglieder, die "für diese Pfründe aufkommen", würden selbst nur ASVG-Pensionen erhalten.

Zähneknirschend müssten Unternehmen nun zur Kenntnis nehmen, wofür die "im internationalen Vergleich rekordhohen" Pflicht-Beiträge verwendet würden. Und er fordert: "Ich wünsche mir das Auslaufen der Pflichtmitgliedschaft."

zum Artikel

 


 

Hr. Haselsteiner hat mit seiner Argumentation natürlich völlig Recht.

ALLE Pensionsprivilegien, die nicht kapitalgedeckt sind, belasten die dzt. berufstätige Bevölkerung.

Das aktuelle System wird gestützt und am Leben erhalten und der beruftstätigen Bevölkerung wird durch die hohe Belastung die Möglichkeit genommen, aktiv für die eigene Zukunft vorzusorgen.

Wie wäre es - analog der Forderung von Hrn. Haselsteiner - mit einem "Auslaufen" der Pflichtversicherung bei den Pensionsversicherungen?

... wäre doch lohnenswert, darüber einmal nachzudenken!

 


Staatsschulden galoppieren davon

Ein KURIER-Artikel für all jene, die glauben, dass der Staat in zukunft hilfreich bei der Pensionsfinanzierung einspringen wird.

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Staatsschulden galoppieren davon

Ein KURIER-Artikel für all jene, die sich auf den Staat, als Retter in der Not bei der Finanzierung ihrer Pension verlassen.

Der Staat, als Retter in der Not?

Viele Österreicher verlassen sich noch immer auf den Staat, als Retter in der Finanzierungskrise der Pensionen.

Doch der Staat hat ganz andere Probleme: Budgetdefizit, die drohenden Kosten in der Gesundheitsversorgung und die ansteigenden Pflegekosten bringen den Staatshaushalt in Zukunft in bedrohliche Schieflage.

Details zur Budgetsituation findne Sie im KURIER vom 08. Juli 2011:

Bis 2014 steigt die Verschuldung des Landes auf 250 Milliarden Euro.

...

 

Österreichs Finanzlage ist weit von portugiesischen oder gar griechischen Verhältnissen entfernt. "Eigentlich stehen wir ganz gut da, aber nicht langfristig betrachtet", stellt Bernhard Felderer, Vorsitzender des Staatsschuldenausschusses, fest. Das Defizit falle zwar geringer aus als erwartet (rund 3,0 Prozent heuer), allerdings vor allem wegen der besseren Konjunktur. Zudem steigt die gesamtstaatliche Verschuldung weiter stark an.

 

Betrug diese 2005 noch 157 Milliarden Euro, so sind es heuer bereits 220 Milliarden Euro. Das sind 26.000 Euro je Österreicher. 2014 sind es laut Felderers Berechnung bereits 250 Milliarden Euro oder rund 29.700 Euro je Österreicher.

 

Alleine für die Zinsen muss die Republik heuer rund 7,5 Milliarden Euro aufwenden. Diese Summe wird in Zeiten steigender Leitzinsen weiter zulegen.

 

...

 

Die Verschuldungsquote wird in den nächsten Jahren von derzeit 73,6 auf 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukt anwachsen, erlaubt wären laut EU-Vorgaben nur 60 Prozent.

 

Zwar würden sehr viele Länder noch darüber liegen, so der Ökonom, aber es sei schwierig, von einer so hohen Quote wieder herunterzukommen.

 

Selbst im günstigen Fall eines jährlichen Defizits von nur 1,0 Prozent und einem konstanten BIP-Wachstum von 5,0 Prozent brauche es elf Jahre, um unter die 60-Prozent-Marke zu gelangen.

 

Dass in so langen Zeiträumen keine Krise auftrete, sei aber nicht sehr wahrscheinlich.

 

"Daher muss es Vorrang für eine Konsolidierung geben. Wir sind nicht von der Gefahr befreit, dass uns die Finanzmärkte in Ruhe lassen."

 

zum Artikel


KURIER: Frühpensionen: Österreicher gegen Reform

Wird es den Arbeitnehmern zu leicht gemacht, vorzeitig in Pension zu gehen? Nein, sagen die meisten Österreicher.

 

"Das Pensionsantrittsalter in Österreich muss steigen.

Soweit sind sich Pensionistenvertreter und Bundesregierung einig - immerhin geht man hierzulande im Schnitt mit 58 Jahren in Pension.

Zuletzt kritisierte Wirtschaftsminister Mitterlehner via KURIER, dass die Anhebung des Antrittsalters nicht so hart verhandelt wird wie andere wichtige politische Themen.

Das Problem ist nur: Die Bevölkerung ist offenbar nicht überzeugt, dass die geforderten Reformen wirklich notwendig sind.

Laut einer OGM-Umfrage für den KURIER glauben nur acht Prozent der Österreicher, die Arbeitnehmer seien schuld daran, dass man hierzulande derart früh in Rente geht.

Die Mehrheit (48 Prozent) ist der Meinung, "die Politik" trage die Verantwortung; 28 Prozent antworten, die Arbeitgeber haben Schuld.

...

Konsequenterweise sind die Österreicher auch mehrheitlich der Meinung (49 Prozent), dass es den Menschen nicht zu leicht gemacht wird, verfrüht in die Pension zu gehen.

"Die Arbeitnehmer handeln nach dem Motto: Wenn ich kann, dann gehe ich - lange arbeiten ist ohnehin verpönt", erklärt OGM-Expertin Cvrtila.

Dazu passe, dass die Menschen bei der angepeilten Anhebung des Antrittsalters nicht aufs Tempo drücken wollen:

Nur jedem Dritten (31 Prozent) geht die Anhebung zu langsam; für die meisten (37 Prozent) ist das Tempo "gerade richtig"."

 


Verständlich wäre es, wenn Personen, die kurz vor dem (Früh)Pensionsantritt stehen, die bestehenden Regelungen verteidigen.

Die hohen Prozentsätz der Zustimmung zur aktuellen Situation lässt aber darauf schließen, dass auch viele "Junge" durchaus Gefallen an den derzeitigen Regelungen finden.

Und hier zeigt sich wieder einmal die Uninformiertheit der Bevölkerung:

Junge Bevölkerungsgruppen stimmen einer Regelung zu, die nur dazu führt, dass heute 55-jährige über eine Pensionierung nachdenken können.

Den "Jungen" ist NICHT bewusst, dass sie es sind, die diese Pensionen schließlich finanzieren... und es ist ihnen nicht bewusst, dass sie selbst in Zukunft KEINE adäquate Gegenleistung erwarten werden können.

Hier zeigt sich wieder einmal sehr konkret, wie wichtig die umfassende Information der Bevölkerung über die Finanzierungssituation der Pensionen wäre.

Werden Sie Mitglied im Verein der Pensionsbeitragszahler Österreichs und leiten Sie dieses Artikel weiter. Nur, wenn es uns gelingt, den Wissensstand zu diesem Thema zu erhöhen, werden wir Änderungen herbeiführen können.

Noch ein Detail am Rande:

Ein 58-jähriger, der heute in Pension geht, ist darauf angewiesen, dass das Pensionssystem bis zu seinem Lebensende die Versorgungsaufgabe erfüllen kann. Bei einer Lebenserwartung von 90 Jahren sind dies 32 (!) Jahre, also bis 2043 (!).

Ob das nicht auch etwas weltfremd ist?

zum KURIER - Artikel

 


Österreichische Verhältnisse

Eine ORF-Meldung, die es wohl nur in Österreich geben kann

ORF-Online, vom 22. Mai 2011:

Pensionierungswelle bei Polizisten steht bevor

Bei der Polizei steht eine Pensionierungswelle bevor. Ab 2013 droht die Hälfte aller Exekutivbeamten in den Ruhestand zu gehen, so Polizeigewerkschaftschef Hermann Greylinger (FSG) im APA-Interview. Eine Personalplanung des Innenministeriums für diese kritische Zeit gebe es allerdings noch nicht.

Derzeit ist laut Gewerkschaft die Hälfte aller Beamten der Bundespolizei 45 bis 50 Jahre alt. „In diesen Jahrgängen beginnt man verstärkt, den Ruhestand anzutreten“, so Greylinger.

Zum Artikel

 

Ich hoffe, dass ich bei diesem Artikel irgend etwas missverstanden habe. 45, bis 50-järige Beamte, die ernsthaft über ihre Pensionierung nachdenken...?!?!

Gerade an der Tatsache, dass der ORF derartige Artikel veröffentlicht erkennt man die Unwissendheit eines Großteils der Österreicher, wenn es um die Probleme der Finanzierung der Pensionen geht.

Interessant ist, dass man sich - berechtigterweise - Sorgen um die Auswirkung dieser Situation auf die öffentliche Sicherheit macht, aber die Tastache, dass 45 bis 50-jährige Beamte "den Ruhestzand" antreten, als völlig normal angesehen wird.

Aufklärung tut hier Not!

Aber auch hier versagt die Politik! ... und die Medien???


Bundesbeitrag zu den Pensionen

Auszug aus dem Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2010 (Rechnungshof)

"Wie bereits 2009 wuchs im Jahr 2010 der Bundesbeitrag zur Pensionsversicherung an.

Der stetige Anstieg des Bundesbeitrags spiegelt die demografische Entwicklung der österreichischen Bevölkerung sowie die Entwicklung der Wirtschaftsleistung wider.

Auch wenn mit dem Ende der Wirtschaftskrise ein Anstieg der Zahl der beitragsleistenden Versicherten von 3,497 Mill.40 auf 3,541 Mill. einherging (+ 1,2 %), führte der vergleichsweise stärkere Anstieg der Pensionsbezieher von 2,189 Mill. auf 2,220 Mill. (+1,4 %) zu einer Erhöhung der Pensionsbelastungsquote  (Pensionsbezieher pro 1000 Pensionsversicherte) auf 623 (2009: 621).

Das zunehmende Ungleichgewicht zwischen beitragsleistenden Versicherten und Pensionsbeziehern zeigt sich auch in der Entwicklung der Gebarung in der Pensionsversicherung.

Die Beiträge der Versicherten stiegen 2010 gegenüber 2009 um 2,2%, während die Ausgaben für Versicherungsleistungen der Pensionsversicherungen um 4,2% wuchsen.

Die Ausgaben für den Bundesbeitrag zur Pensionsversicherung in Höhe von 8,206 Mrd. EUR stiegen gegenüber dem Jahr 2009 (7,655 Mrd. EUR) um 0,551 Mrd. EUR (+ 7,2 %) und lagen um 0,398 Mrd. EUR (+ 5,1 %) über dem Voranschlag 2010 (7,808 Mrd. EUR).

Am relativ stärksten davon betroffen war der Bundesbeitrag zur Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft. Er lag im Jahr 2010 um 15,6 % über dem Wert von 2009. In absoluten Zahlen nahm der Bundesbeitrag zur Pensionsversicherungsanstalt am stärksten zu (+0,435 Mrd. EUR bzw. +9,8 %).

Die Mehrausgaben für den Bundesbeitrag zur Pensionsversicherungsanstalt waren insbesondere auf die höhere Durchschnittspensionsentwicklung zurückzuführen. Bei der Budgeterstellung wurde eine monatliche Durchschnittspension in Höhe von 941,71 EUR angenommen. Tatsächlich betrug die für die Berechnung des Bundesbeitrags relevante Durchschnittspension 955,77 EUR.

Dagegen waren die Mehrausgaben für den Bundesbeitrag zur Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft insbesondere auf die Überschätzung der Beitragsgrundlage zurückzuführen. Bei Budgeterstellung wurde von einer durchschnittlichen Beitragsgrundlage in Höhe von 1.930,50 EUR ausgegangen. Für die Zahlungen des Bundesbeitrags war schließlich eine durchschnittliche Beitragsgrundlage von 1.706,30 EUR maßgeblich."

Auszug aus dem Bundesrechnungsabschluss für das Jahr 2010 (Rechnungshof)


Allianz: Baby-Boomer kippen Österreichs Pensionssystem im Jahr 2025

Österreich: Höhepunkt der Antrittswelle 2025

Die Pensionsantrittswelle in den Vereinigten Staaten wird im Jahre 2020 ihren Höhepunkt erreichen.

Fünf Jahre später sind dann die meisten europäischen Länder, darunter auch Österreich, an der Reihe.

Während 1950 fünf Prozent der Österreicher zwischen 60 und 65 Jahre alt waren, werden es 2025 voraussichtlich fast acht Prozent sein:

665.000 Österreicher – rund 43 Prozent mehr als 2010 – bedeuten dann einen schlagartigen Anstieg an Pensionsantritten innerhalb eines kurzen Zeitraumes, die Österreich zusätzlich verkraften und finanzieren muss.

Dies ist zum einen durch die höhere Lebenserwartung bedingt, die zwischen 1950 und 2025 von 66,3 auf circa 82,8 Jahre ansteigen wird, zum anderen aber durch die geburtenstarken Jahrgänge nach dem Krieg.

Weitere Länder wie Ungarn, Spanien, die Türkei und China werden mit ihren Spitzenjahrgängen nachziehen – haben aber mit 10 bis 30 Jahren noch deutlich mehr Zeit zur Vorbereitung als die USA.


Der wahre Hammer

Ein - all zu wahrer - Kommentar von Nicholas Bukovec im heutigen Kurier

Ein Kommentar von Nicholas Bukovec im KURIER:

Die Kostenexplosion bei den Renten trifft Junge viel härter als gekürzte Beihilfen.

Die Lobbys von Familien, Jugendlichen und Kindern haben sich beim Budget vor allem über eines empört: dass Direktzahlungen wie Mehrkindzuschlag und Familienbeihilfe gekürzt werden. Das sei ein "Wahnsinn", ein "Anschlag" auf die nächste Generation, protestierten der katholische Familienverband, die Hochschülerschaft (ÖH) und andere.

Der wahre Budget-Hammer für die Jungen ist aber etwas anderes: die Nicht-Reform des Pensionssystems. Trotz Änderungen bei Hackler- und Invaliditätspension muss der Staat im kommenden Jahr 9,6 Milliarden Euro bei den Renten zuschießen - Tendenz danach stark steigend. Die Horror-Summe verdoppelt sich fast, wenn man die Kosten für die Pensionen von Beamten, Eisenbahnern und Postlern dazurechnet.

Zahlen müssen das die Jungen. Die von ihren Vertretern so heftig kritisierten Einsparungen bei den Familien sind im Vergleich dazu lächerlich gering. Die SPÖ verweigert sich einer Pensionsreform - mit dem zynischen Argument, man dürfe die Jungen nicht gegen die Alten ausspielen. Bei der ÖVP scheint der Reformwille nach Loipersdorf verloren gegangen zu sein. ÖH und Familienlobbys, wo bleibt euer Aufschrei?

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Budgetzuschuss verdoppelt sich 2011 auf 5,2 Milliarden Euro

Laut einem Gutachten das Sozialministeriums hat sich der Bundeszuschuss zu den Pensionen auf 5,2 Milliarden Euro im nächsten Jahr verdoppelt. Dennoch halten die heimischen Seniorenvertreter allzu drastische Maßnahmen zur Sicherung der Pensionen nicht für nötig.

ORF Mittagsjournal vom 23.09.2010:

Eine Pensionsreform ist nötig. Laut einem Gutachten das Sozialministeriums hat sich der Bundeszuschuss zu den Pensionen verdoppelt: 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 5,2 Milliarden Euro im nächsten Jahr. Die Gutachter schlagen fünf Maßnahmen vor, um die Pensionen langfristig zu sichern, unter anderem geringere Pensionserhöhungen, höhere Beiträge und ein höheres Pensionsalter.

Trotz aller Gutachten: Die heimischen Seniorenvertreter halten allzu drastische Maßnahmen zur Sicherung der Pensionen nicht für nötig. Karl Blecha, Präsident des SPÖ-Pensionistenverbandes und Andreas Khol, Präsident des ÖVP-Seniorenbundes, wollen das Pensionsproblem vor allem dadurch lösen, dass künftige Pensionistengenerationen länger arbeiten sollen als die jetzige.

Link zum Artikel

 


 

Diesmal haben Khol und Blecha durchaus Recht: die künftige Pensionsistengeneration wird wesentlich länger arbeiten müssen, als diejenigen, die heute in Pension sind.

Bemerkenswert ist wiederum, dass auch diesmal Vorschläge zur Entlastung eben dieser Generation fehlen.

Im Gegenteil: das Gutachten wird diffamiert und eine Pensionserhöhung außer Frage gestellt - klarerweise wiederum auf Kosten der Beitragszahler!

Die Pensionsbeitragszahler befinden sich in einem Spiel, in dem ständig die Spielregel geändert werden. Es wird Zeit, die Politik sehr nachdrücklich darauf hinzuweisen.

 


Reduktion der zu erwartenden ASVG-Pension um 30 Prozent

Valida Consulting berechnet konkrete Einkommenslücken aus den ASVG-Pensionen

Valida Consulting berechnet konkrete Einkommenslücken aus den ASVG-Pensionen

Versicherungsmathematiker und Pensionsexperten von Valida Consulting, dem unabhängigen Beratungsunternehmen in der Valida Vorsorge Management Unternehmensgruppe, haben berechnet, wie sich die zahlreichen Gesetzesnovellen seit 1989 auf die Höhe der künftigen ASVG-Pensionen auswirken. Dabei wurde anhand von drei fiktiven, aber typischen Beispielen, ein Vergleich zwischen der laut Gesetzeslage 1989 erreichbaren Pensionshöhe und der auf Basis der aktuellen Gesetzeslage aus heutiger Sicht zu erwartenden Pensionshöhe gezogen. Die Ergebnisse zeigen in allen drei Fällen eine klare Tendenz. Die künftigen staatlichen Pensionen würden nur mehr bei rund 70 Prozent des Wertes liegen, der noch auf Grundlage der Gesetze von 1989 erzielt worden wäre.

Reduktion der zu erwartenden ASVG-Pension um 30 Prozent

Bei den drei Beispielen handelt es sich um Menschen mit unterschiedlichen Biografien und Einkommensverläufen:

Beispiel 1:
Ein Akademiker, geboren 1970, steigt mit 24 Jahren ins Berufsleben ein und kann sein Gehalt kontinuierlich steigern. Bei seinem Pensionsantritt im Alter von 62 Jahren erhält er nur 71 Prozent der monatlichen Pensionsleistung, die er auf Grundlage der Gesetze von 1989 bekommen hätte.

Beispiel 2:
Ein Arbeiter, ebenfalls geboren 1970, steigt bereits mit 16 Jahren ins Erwerbsleben ein, bezieht anfangs ein sehr niedriges Gehalt und kann es zwar kontinuierlich, aber nur in kleinen Schritten, steigern. Er wird zu seinem Pensionsantritt im Jahr 2032 nur 75 Prozent der Pension beziehen, die er noch 1989 gehabt hätte.

Beispiel 3:
Eine Mutter von drei Kindern, ebenfalls geboren 1970, erwerbstätig als Sekretärin, hat auf Grund der Erziehungszeiten viele Einkommenslücken und arbeitet über lange Zeiträume nur auf Teilzeit-Basis. Sie ist von den Gesetzesnovellen der letzten zwei Jahrzehnte am stärksten betroffen und kann nur mit 65 Prozent der Pensionsleistungen rechnen, die sie noch vor 21 Jahren erhalten hätte.

„Die errechneten Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass die staatlichen Pensionen alleine zukünftig nicht mehr ausreichen werden, um den aufgebauten Wohlstand aus der Erwerbstätigkeit im Pensionsalter fortsetzen zu können“, sagt Mag. Andreas Zakostelsky, Vorstandsvorsitzender der Valida Vorsorge Management. „Als Grundabsicherung ist das staatliche Pensionssystem natürlich absolut unerlässlich. Ein gezielter Ausbau der betrieblichen Vorsorge in Österreich könnte jedoch einen wesentlichen Beitrag leisten, die entstehende Einkommenslücke aus der staatlichen Pensionsfinanzierung zu schließen“, betont Zakostelsky.

Die Valida Consulting hat die prognostizierten Pensionen auf Grundlage der jetzigen Gesetzeslage berechnet.

Die Experten rechnen aber damit, dass aufgrund des zunehmenden Finanzierungsdrucks auf die staatliche Pensionsversorgung künftig noch  weitere Gesetzesreformen zu erwarten sind, die sich nachhaltig auf die aus heutiger Sicht zu erwartenden Pensionshöhen auswirken werden.


Sozialminister Hundsdorfer verneint die Notwendigkeit privater Vorsorge

Fahrlässige Äußerungen von Sozialminister Hundstorfer in den Standard-Sommergesprächen

Auszug aus den Sommergesprächen vom 18. August

Standard:

"Braucht man eine private Pensionsvorsorge?"

Hundstorfer:

"Ich persönlich glaube: nein. Außer es will jemand noch irgendetwas zusätzlich zu dieser staatlichen Pension zur Verfügung haben...

...

Seien Sie doch Optimist! Sie müssen doch sehen, dass wir alles daran setzen, diese Absicherung durch den Staat zu garantieren.

Es gibt Leute, die müssen mit der Pension auskommen, weil sie gar nicht die Möglichkeit haben, nebenbei noch Geld zu verdienen und sich etwas anzusparen.

Aber es wird weiterhin die Grundabsicherung der Pension geben. Und man wird im Alltag gut leben können."


Der Link zu den Sommergesprächen

 

Angesichts der Finanzsituation der Pensionsversicherungen und der zukünftig zu erwartenden Entwicklung sind derartige Äußerung als höchst fahrlässig zu beurteilen.

Und die Erkenntnis, dass viele Leute gar keine Chance auf eine vernünftige Eigenvorsorge haben, verpflichtet den Staat ja geradezu hier massiv über Förderungen einzugreifen!

 

 


Blechas Kritik zeigt: Pensionistenverband wie immer auf einem Auge blind

Bei seiner Kritik an der privaten Vorsorge vergisst Blecha die Änderung der Spielregeln der gesetzlichen Pensionsregelungen

Blecha kritisiert - z.T. berechtigt - die private Vorsorge und vergisst dabei auf die Änderungen der Spielregeln der gesetzlichen Pensionsversicherung in der Vergangenheit und die demographische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte

 

„Angesichts des Desasters bei den betrieblichen Pensionskassen-Pensionen mit zum Teil 40 Prozent Pensionskürzungen, angesichts ausgestoppter Privat-Pensionsprodukte kann man eigentlich nicht von zweiter und dritter Säule sprechen, sondern höchstens von Stangerln“, kritisiert Blecha die private Vorsorge.

Im gleichem Atemzug preist er die Vorzüge des staatlichen Pensionssystems: „Obwohl im Gegensatz zu Privat- und Betriebspensionen, die massiv von Kürzung betroffen sind, die gesetzlichen Pensionen sicher und finanzierbar sind, wird den Jungen andauernd das Märchen von der Unfinanzierbarkeit erzählt. Alte wie Junge werden sich aber unser überlegenes und sicheres Pensionssystem, die starke staatliche erste Säule, nicht zerstören lassen“.

Die Änderung der "Spielregel" der gesetzlichen Pensionsversicherung in der Vergangenheit

Blecha vergisst aber bei seiner Attacke ganz offensichtlich die massiven Einschnitte, die die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der staatlichen Pensionsversicherung mit sich brachten. Die Pensionsansprüche eines heute 50-jährigen sind im Laufe der Zeit auf ca. die Hälfte jener Pensionshöhe geschrumpft die zu Beginn seiner Beitragszahlungszeit von den Politikern versprochen wurde!

Die demographische Entwicklung

Offensichtlich ist aber, dass auch die heutigen Pensionsversprechen nicht erfüllbar sein werden. Das Leugnen der Auswirkung der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten ist weltfremd.

Die private Vorsorge

Richtig ist jedoch, dass bei der privaten Vorosrge "der Stein der Weisen" noch nicht gefunden wurde.

Hier wäre die Finanzdienstleistungsbranche gefordert, kreative Vorschläge und Konzepte zu liefern. Dies müssten Konzepte sein, die den Kunden erlauben, in einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren - ohne Nachteile - die Veranlagungskonzepte flexibel zu ändern.

Um den Staatsbürgern eine sinnvolle Eigenvorsorge überhaupt erst zu ermöglichen, ist eine massive staatliche Förderung der privaten Eigenvorsorge unumgänglich.


Eine Lücke von immer bedrohlicherem Ausmaß

Österreich steht am Scheideweg zwischen finanzieller Stabilität und einer Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems

16. August 2010, 19:18

Österreich steht am Scheideweg zwischen finanzieller Stabilität und einer Unfinanzierbarkeit des Pensionssystems

Das gesamtstaatliche Budgetdefizit steigt heuer auf 4,7 Prozent des BIPs, im Vorjahr betrug es 3,4 Prozent. Trotz des von der österreichischen Bundesregierung vorgesehenen Budgetpfads, eine Rückführung des gesamtstaatlichen Budgetdefizits auf 2,7 Prozent des BIPs im Jahr 2013 anzustreben, steigen die Gesamtschulden bis dahin auf 74,3 Prozent des BIPs an. So weit, so unerfreulich.

Dramatisch ist aber folgende Zahl: Selbst bei einem ständigen Nulldefizit dauert es bei einem jährlichen Wirtschaftswachstum von zwei Prozent bis 2026, bis die maastrichtkonforme Verschuldensquote von 60 Prozent des BIPs wieder erreicht wird. Erlauben wir uns ein Defizit von nur einem Prozent (für 2013 streben wir 2,7 Prozent an), erreichen wir die 60-Prozent-Vorgabe der EU nicht vor 2064.

Dabei kann die Gesamtverschuldung des Bundes noch halbwegs nachvollziehbar dargestellt werden. Aber auch dort erhöhen ausgelagerte Schulden im Ausmaß von 124,5 Mrd. Euro (ÖBB, Asfinag etc.) in Wahrheit unsere Gesamtschulden beträchtlich. Die Haftungen der Länder und Gemeinden sind ein schwarzes Loch - und wir können nur hoffen, dass Kärntner Konstruktionen wie Hypo Alpe Adria die Ausnahme und nicht die Spitze des Eisberges bilden. In Wirklichkeit tappen wir im Dunkeln, was den Gesamtschuldenstand betrifft.

Demografische Zeitbombe

Mit 36,6 Prozent an den verfügbaren Einkommen der Haushalte ist der Anteil der Transferleistungen bei uns so hoch wie in kei- nem anderen OECD-Land (Durchschnitt: 22 Prozent), und er hat in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Seit 1954 ist die Sozialquote von 15,9 auf 28,5 Prozent gestiegen, im gleichen Zeitraum ist die Abgabenquote von 29,5 Prozent auf 43 Prozent gestiegen. Glaubt man den aktuellen EU-Langfristprojektionen, steigen die öffentlichen altersabhängigen Ausgaben - vor allem für Pensionen, Gesundheit und Pflege - demografiebedingt von heute bis 2060 von 25,8 Prozent auf 29 Prozent des BIPs. Die ungünstige budgetäre Ausgangslage und der demografiegetriebene Anstieg der Pensions-, Gesundheits- und Pflegeausgaben führen zu einer finanziellen Nachhaltigkeitslücke, die bedrohliche Ausmaße erreichen könnte. Trotzdem werden seit Jahren Strukturreformen blockiert, und jede Interessengruppe verlangt gebetsmühlenartig Einkommenssteigerungen, die wir uns nicht mehr leisten können.

Bei heutigem Geldwert beträgt die Nachhaltigkeitslücke zwischen acht und elf Mrd. Euro, Finanzierung ungeklärt. Die größten Effizienzpotenziale liegen bei den Ausgaben, denn eine Abgabenerhöhung wäre leistungsfeindlich und wird ohnedies bereits für die Budgetkonsolidierung eingesetzt; schon jetzt fließen knapp 43 Prozent unserer Wirtschaftleistung in Form von Steuern und Abgaben in den öffentlichen Haushalt. Die Verwaltungsreform - sofern sie einmal kommt - kann nur Teile der Nachhaltigkeitslücke schließen. Die Lösung liegt in einer Umgestaltung der sozialen Transfers, um auch zukünftigen Generationen sozial gerechte Sozialleistungen zu sichern.

Unvermeidliche Reform

Dringendster Reformbedarf besteht bei den Invaliditätspensionen und bei der Hacklerregelung (schon der Name ist irreführend, denn eigentlich ist sie mehrheitlich eine "Angestellten- und Beamtenregelung"). Sie ist eine Kostenfalle mit mehr als einer Mrd. Euro Mehrkosten gegenüber 2008 und "zwingt" jeden Erwerbstätigen in die Pension, denn die Nichtinanspruchnahme führt zu finanziellen Verlusten. Gleichzeitig mit der Abschaffung der Hacklerregelung bedarf es rasch einer generellen Umstellung der Pensionsberechnung: Längere Erwerbstätigkeit muss sich finanziell auszahlen, vorzeitiger Pensionsantritt darf nicht von der nächsten Generation finanziert werden. Die berufsrechtlichen Sonderregelungen müssten abgeschafft und die berufliche Rehabilitation ausgebaut werden.

Entscheidend für die nächsten Generationen ist jedoch ein Nachhaltigkeitsmechanismus. Franz Müntefering hat Kritik daran bei der Einführung in Deutschland schlagfertig zurückgewiesen, indem er auf die Beherrschung der vier Grundrechnungsarten im Zusammenhang mit der Steigerung der Lebenserwartung verwies - ein Ausnahmebeispiel für politischen Mut.

Bei aller Komplexität unserer Sozialsysteme reduziert sich im Grunde die nachhaltige Finanzierung unserer Pensionen auf das so erfreuliche Phänomen der längeren Lebenserwartung. Die Pensionsanpassung sollte daher ein Teil des Nachhaltigkeitsfaktors sein, die Reform müsste generationenübergreifend wirken.

Wir könnten damit im Herbst bei der nächsten Pensionsanpassung gleich beginnen. Wichtig ist jedoch, dass es nicht nur zu einem einmaligen Eingriff in die Pensionserhöhung kommt, indem beispielsweise die Pensionsanpassung für ein Jahr ausgesetzt wird, sondern dauerhaft die Steigerung der Lebenserwartung entsprechend berücksichtigt wird, genauso wie dies beim Pensionsantrittsalter und bei der Pensionshöhe notwendig ist. Damit unsere Kinder und Enkel nicht in Schulden untergehen.(Thomas Neumann, DER STANDARD, Printausgabe, 17.8.2010)

THOMAS NEUMANN ist Direktor in der SVA und Autor zahlreicher Fachartikel im Sozialrecht und in der Sozialpolitik.

Eingefügt aus <http://derstandard.at/1281829312220/Kommentar-der-Anderen-Eine-Luecke-von-immer-bedrohlicherem-Ausmass>

 


Pensionsbeitragszahler formieren sich

11.8.2010 – Reformen am Pensionssystem gehen regelmäßig zu Lasten der aktiven Generation, kritisiert der neue Verein.

Versicherungsjournal Österreich (www.versicherungsjournal.at):

11.8.2010 – Reformen am Pensionssystem gehen regelmäßig zu Lasten der aktiven Generation, kritisiert der neue Verein „Die Pensionsbeitragszahler Österreichs“.

Er will nun als Gegenpol zu den Pensionistenverbänden die Interessenvertretung der Erwerbstätigen wahrnehmen. Obmann Walter Worresch plädiert zudem für neue Lösungsansätze in der Vorsorge nach dem Motto: zielorientiert statt produktorientiert.

Walter Worresch stört etwas an der Art, wie Pensionspolitik gemacht wird: „Die Pensionisten sind lobbyingmäßig sehr gut aufgestellt, die Beitragszahler nicht.“ Immer wieder würden die Interessen der Pensionisten durchgesetzt, die Interessen der aktiven Beitragszahler blieben aber auf der Strecke.

Den Pensionistenverbänden will er jedoch keine Vorwürfe machen. „Sie spielen ihre Stärke aus, das ist legitim. Den Vorwurf muss man eher der Politik machen.“ Für Worresch ist nämlich klar: Einschnitte bei den Pensionen kosten schon bei der nächsten Wahl Stimmen, Belastungen der aktiven Generation werden dagegen erst in einigen Jahren spürbar und sind deshalb leichter „durchzudrücken“.

Früher sei man in der Illusion gelassen worden, eines Tages mit 80 Prozent des Letztbezugs in die (staatliche) Pension gehen zu können. Davon sei man heute, nach diversen Reformen, weit entfernt, ärgert sich Worresch.

Neuer Verein will Interessen der Aktiven vertreten

Für den gewerblichen Vermögensberater, der auch die Berechtigung zur Vermittlung von Lebens- und Sachversicherungen hat, war es deshalb Zeit, aktiv zu werden. Zusammen mit Mitstreitern hat er nun den überparteilichen Verein „Die Pensionsbeitragszahler Österreichs“ gegründet.

Dieser versteht sich als Gegenpol zu den Pensionistenverbänden und sieht sich in der Rolle als Fürsprecher der aktiven Generation, weil „die Interessen der Pensionsbeitragszahler aktuell von keiner Interessensgruppe vertreten werden“.

Mittels Pressearbeit, kostenfreier Informationsveranstaltungen und Internetpräsenz möchte der Verein über die „immer größer werdende Pensionsproblematik“ aufklären. Bereits vorhandene Verbesserungsvorschläge sollen gesammelt und für die Öffentlichkeit aufbereitet werden.

Neuer Zugang zur Altersvorsorge

„Für die aktive Generation gibt es nur eine Lösung: selbst dafür zu sorgen, dass sie im Alter über ein vernünftiges Einkommen verfügen kann“, ist Worresch überzeugt. Allerdings meint er auch, dass die aktuellen Rahmenbedingungen diesem Vorhaben wenig förderlich sind.

„Im Augenblick gibt es keine ideale Lösung. Die Branche muss kreativ werden und flexiblere Vorsorgelösungen schaffen.“ Übermäßig lange Vertragslaufzeiten findet er da nur hinderlich: „Innerhalb von 20 bis 25 Jahren wird sich der Finanzmarkt oft ändern. Darauf muss man reagieren können, ohne dass der Konsument Angst haben muss.“

Derzeit minimiere aber jeder Produktwechsel die Rendite. „Eine sinnvolle Lösung ist deshalb nicht produkt-, sondern muss zielorientiert sein“, plädiert er für einen anderen Zugang zur Vorsorge. „Wenn man zum Beispiel einen 20 bis 30 Jahre laufenden Vertrag mit hohen Kosten hat, aber nach fünf Jahren wechseln möchte, sollte es möglich sein, die Abschlusskosten auf den neuen Vertrag zu übertragen.“

„Den Parteien die Rute ins Fenster stellen“

Der Verein will sich nun um Mitglieder bemühen – derzeit wird die Marke von 20.000 Interessenten angepeilt –, um politisches Gewicht zu erlangen.

Was macht den Vereinsobmann optimistisch, dass sich der Verein Gehör verschaffen kann? „So wie die Pensionisten als ‚Einheit’ wahrgenommen werden, wollen wir erreichen, dass auch die Beitragszahler als Einheit wahrgenommen werden. Wenn die aktive Generation gut informiert ist, wird die Politik darauf reagieren müssen“, will Worresch den Parteien „die Rute ins Fenster stellen“. Denn: „Auch Beitragszahler sind Wählerstimmen.“

Lesen Sie den Artikel im Original: http://www.versicherungsjournal.at/markt-und-politik/pensionsbeitragszahler-formieren-sich-7104.php


Überalterung wirft Schatten voraus

Immer schwieriger zu finanzieren: Mehrere Länder heben Altersgrenze für den Pensionsantritt bereits an.

Angesichts der immer schwierigeren Finanzierung des Pensionssystems macht die EU-Kommission auf die Mitgliedsstaaten Druck, rechtzeitig Reformen umzusetzen.

EU-Sozialkommissar Lazlo Andor will am Mittwoch ein Strategiepapier als Diskussionsgrundlage dafür präsentieren. In dem "Grünbuch" dürfte Brüssel eine weitere Anhebung des Pensionsalters auf 70 Jahre in den nächsten 50 Jahren empfehlen.

Schuldenkrise verschärft Situation

Darüber hinaus gehe es in dem Papier auch um Strategien, mit denen die EU nationale Anstrengungen für angemessene, nachhaltige und sichere Pensionen angesichts der Herausforderungen durch die demografische Entwicklung mit einer älter werdenden Bevölkerung einerseits und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise andererseits unterstützen will, hieß es am Dienstag.

Die derzeitige Situation sei "unhaltbar", wurden die Autoren des Papiers - neben Andor auch Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Wirtschaftskommissar Olli Rehn - zitiert. Als Grund dafür führen sie die niedrige Geburtenrate sowie das durchschnittliche Lebensalter, das bis 2060 um sieben Jahre steigen dürfte, an. Wenn die Menschen nicht länger arbeiteten, sei das Pensionssystem nicht mehr finanzierbar, so das Fazit.

Rechnung geht nicht mehr auf

Nach Angaben Brüssels kommen derzeit im EU-Schnitt vier arbeitende Menschen auf zwei Pensionisten. Bleibt dieses Verhältnis gleich, müsste das Antrittsalter bis 2040 im Schnitt auf 67 Jahre und danach bis 2060 weiter auf 70 Jahre angehoben werden.

Die EU-Kommission betonte, es gebe keine maßgeschneiderte Lösung für alle Mitgliedsstaaten. Das "Grünbuch" soll als Grundlage für Diskussionen mit den Regierungen, Arbeitgebern und Gewerkschaften dienen.

Antrittsalter steigt

Faktisch ist eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters in mehreren EU-Staaten bereits beschlossene Sache: Frankreich will es bis 2018 schrittweise von 60 auf 62 Jahre erhöhen, in Italien sollen Frauen im öffentlichen Dienst anstatt mit 62 künftig mit 65 Jahren in Pension gehen.

In Deutschland ist eine Anhebung von 65 auf 67 Jahre bis 2029 beschlossen, Großbritannien will seine Arbeitnehmer ab 2046 erst mit 68 in den Ruhestand entlassen, Spanien plant eine Anhebung auf das 67. Lebensjahr.

In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsalter bei Frauen bei 60 und bei Männern bei 65 Jahren.

Pensionsalter: Theorie und Praxis

Allerdings liegt das tatsächliche Pensionsantrittsalter in allen 27 EU-Mitgliedsländern deutlich unter dem gesetzlichen - im EU-Schnitt bei 61,7 Jahren. Am spätesten gehen die Iren mit 64,1 Jahren in Pension, am frühesten die Rumänen mit 55,5 Jahren. Parallel dazu ist aber auch die Lebenserwartung in den Mitgliedsländern unterschiedlich hoch.

Laut Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag der Schnitt ihrer 30 Mitgliedsstaaten beim tatsächlichen Pensionsalter (Zahlen von 2007) bei 63,5 (Männer) bzw. 62,3 Jahren (Frauen). In Österreich gingen Männer durchschnittlich mit 58,9 und Frauen mit 57,9 Jahren in Pension. Internationaler Spitzenreiter in der Statistik war Mexiko mit 73 bzw. 75 Jahren.

ORF Online

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Ausfall - Alarm bei Pensionen

PVA-Obmann Haas fürchtet "massive Leistungseingriffe" in das Pensionssystem

Zitate eines Artikels vom KURIER, 23. Mai 2010:

"Der Zuschussbedarf droht um 700 Mio. höher auszufallen. PVA-Obmann Haas fürchtet "massive Leistungseingriffe" 

"Ich fürchte, dass massiv in das Leistungsrecht eingegriffen wird. Das wird eine Verteilungsdiskussion geben, die sich gewaschen hat."

Er fordert, dass die Regierung daher folgendes zügig diskutiert:

"Ein weiteres Wachstums- und Beschäftigungspaket; eine Verbreiterung der Beitragsgrundlagen durch das Einbeziehen von Kapitaleinkünften sowie Harmonisierungsschritte bei Länder- und Gemeindepensionssystemen und den unterschiedlich hohen Beitragssätzen der Berufsgruppen." 

Anmerkung 1:

Eine "Verbreiterung" der Beitragsgrundlagen ist ja nichts anderes, als eine Erhöhung der Beitragsgrundlagen... und damit der Zahlungen der berufstätigen Bevölkerung.


Zusätzlich müsse das System der Pensionserhöhung überdacht werden. Zum letzten Punkt stellt Haas die Anpassung um die Inflationsrate zur Diskussion. "Das kann so nicht weitergehen da wird man aufeinander zugehen müssen", appelliert er an ein Einsehen der Seniorenvertreter.

Haas ruft das Um und Auf des Umlageverfahrens und den Generationenvertrag in Erinnerung: "Die, die heute arbeiten, bezahlen mit ihren Beiträgen die Pensionen derjenigen, die heute in Pension sind. Später haben die heutigen Beitragszahler hier aber mit geringeren Pensionen zu rechnen."

Anmerkung 2:

Dennoch fordert er eine Erhöhung der Zahlungen der, heute arbeitenden Bevölkerung. Siehe "Anmerkung 1"


Den Gemeinden geht das Geld aus

Die Pflegekosten werden sich in Österreich bis 2030 auf 8,4 Milliarden Euro pro Jahr mehr als verdoppeln.

Vor drei Jahren gab die Gemeinde Amstetten in Niederösterreich rund 3,1 Millionen Euro für Pflege und Soziales aus. 2010 sind es schon vier Millionen, die von den 23.000 Einwohnern für diesen Bereich aufgebracht werden müssen. "Rechnet man die Spitäler dazu, sind die Kosten heuer sogar um 1,8 Millionen höher als 2007", klagt Bürgermeister Herbert Katzengruber (SPÖ). Und die Tendenz ist weiter steigend. "Das können wir nicht mehr verkraften", sagt der Stadtchef.

Amstetten ist nicht allein, kleineren Gemeinden geht es ähnlich. Dem steirischen Sankt Sebastian zum Beispiel: Der Ort hat 1100 Einwohner, die Kosten für Pflege und Soziales haben sich seit 2007 von 160.000 auf 260.000 Euro erhöht. Tendenz ebenfalls stark steigend.

"Die Situation bei den Pflegekosten ist dramatisch", befindet Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer. "Die Kosten steigen um bis zu 15 Prozent pro Jahr. Es ist fünf Minuten nach zwölf." Die Pflege ist vor allem Angelegenheit der Länder und Gemeinden.

Berechnungen des Rechnungshofs bestätigen den Befund der Gemeinde-Vertreter. Den staatlichen Finanzprüfern zufolge werden sich die Pflegekosten in Österreich bis 2030 auf 8,4 Milliarden Euro pro Jahr mehr als verdoppeln.

Umfeld

Die Kostenexplosion ist leicht erklärt. Die Lebenserwartung steigt und mit ihr die Zahl der Pflegefälle. Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, Bedürftige im familiären Umfeld zu betreuen - was vergleichsweise günstig ist. Derzeit werden mehr als 80 Prozent der Betroffenen daheim gepflegt. Damit liegt Österreich im internationalen Vergleich gut. So wird es aber nicht bleiben. Da die traditionellen Familienstrukturen aufbrechen und immer mehr Frauen arbeiten, wird Pflege zunehmend zu einer Angelegenheit des Staates - und damit teurer. Was das Problem verschärft: "Geburtenstarke Jahrgänge kommen ins Pflegealter", weiß der Geschäftsführer des Hilfswerks, Walter Marschitz.

Was ist die Lösung? Gemeindebund-Präsident Mödlhammer nimmt die Regierung in die Pflicht. "Das Thema Pflege muss bei der Budgetsanierung im Herbst miterledigt werden. Der Bund darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen." Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verweist darauf, dass die Regierung im Herbst einen Pflegefonds einrichten will. "Dieser sollte das Problem lösen." Wie der Fonds gespeist wird, ist noch offen. Laut Hundstorfer ist vor allem die Krise schuld an den Budgetproblemen der Länder und Gemeinden, weil die Einnahmen zurückgegangen sind.

Neue Modelle gefordert

Amstettens Bürgermeister Katzengruber widerspricht ihm. "Die Kosten für die Pflege steigen derart schnell, das machen auch gute Einnahmen nicht wett." "Wir müssen alles unternehmen, damit Menschen möglichst lange zuhause gepflegt werden - etwa durch neue Wohnmodelle", erklärt ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger. Außerdem sei die Vorsorge entscheidend. Wer in jungen Jahren gesünder lebt, wird tendenziell später ein Pflegefall.

Bürgermeister Katzengruber ärgert sich über den Beschluss seiner SPÖ beim Bundesparteitag, keine Kleinspitäler zu schließen. "Darüber bin ich unglücklich" - weil eine Möglichkeit, Geld im Gesundheitssystem zu sparen, vergeben werde. Katzengruber: "Mir tun die Jungen leid. Die werden das alles bezahlen müssen."

KURIER
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Pensionssystem wird unfinanzierbar

"In fünf Jahren geht sich das nicht mehr aus"

OE1, Morgenjournal, Andreas Jölli, 14.06.2010

Die Wirtschaftskrise hat deutlich negative Auswirkungen auf das Pensionssystem inÖsterreich. Die Beitragseinnahmen sinken, der notwendige Zuschuss aus dem Budget steigt drastisch an. Innerhalb von zwei Jahren von knapp 2,7 Milliarden Euro auf mehr als 4,3 Milliarden. Ein Trend der sich fortsetzen wird, zumal auch immer mehr Menschen in die Hackler- oder Invaliditäts-Pension drängen.

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Staatlicher Zuschuss steigt dramatisch

Die Finanzierung des Pensionssystems wird zunehmend schwierig. Der Zuschuss aus dem Budget, das schon beträchtlich belastet ist, steigt rapide. Lag dieser Zuschuss 2003 bei 2,3 Milliarden Euro, wird für heuer schon ein Betrag von mehr als 4,3 Milliarden prognostiziert, und das allein bei der Pensionsversicherungen.

Wirtschaftskrise

Einen drastischen Anstieg gibt es seit vergangenem Jahr, vor allem wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Beamte- oder andere Sonderpensionen noch nicht eingerechnet. Sollte sich die Krise mit vielen Arbeitslosen und dadurch geringeren Pensionsbeiträgen fortsetzen, wird auch der Zuschussbedarf weiter steigen. Eine Hiobsbotschaft angesichts des im Herbst bevorstehenden Sparpakets.

Immer mehr Pensionisten

Dazu kommt, dass die Zahl der Pensionisten stetig steigt. Derzeit gibt es 2,2 Millionen Pensionisten, 2020 sind es schon zweieinhalb Millionen. Immer mehr Menschen nutzen die Hackler-Regelung oder gehen in Invaliditätspension. Für diese beiden Pensionsarten sind zwar Reformen oder Änderungen geplant, nach derzeitigem Stand aber wenig ambitioniert und noch wenig konkret.

Christopher Prinz im Ö1 Morgenjournal-Interview mit Andreas Jölli

"In fünf Jahren geht sich das nicht mehr aus"

Christopher Prinz von der OECD spricht im Ö1-Morgenjournal-Interview davon, dass in Österreich in den letzten 20 Jahren die Lebenserwartung stark gestiegen sei, zugleich gingen die Menschen im selben Alter in Pension. Das bedeute zu wenige Beitragszahler und zu viele Pensionisten. Das Pensionsantrittsalter müsste schnellstens um drei bis vier Jahren steigen. Ginge die Entwicklung so wie jetzt weiter, werde sich das in fünf bis acht Jahren nicht mehr aus, warnt Prinz.

ORF OE1

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Marin: Pensionsrefom dringend nötig

In Österreich ist dringend eine Pensionsreform notwendig. Das derzeitige sei ungerecht und langfristig nicht finanzierbar, sagt Bernd Marin.

In Österreich ist dringend eine Pensionsreform notwendig. Das derzeitige sei ungerecht und langfristig nicht finanzierbar, sagt Bernd Marin vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik. Die Grundtendenz: Arbeiten bis 65, wer kürzer arbeitet bekommt deutlich weniger Pension, wer länger bleibt, bekommt mehr.

Die Grundtendenz: Arbeiten bis 65, wer kürzer arbeitet bekommt deutlich weniger Pension, wer länger bleibt, bekommt mehr.

Bernd Marin und Herbert Paierl zur Pensionsreform, Andreas Jölli

Keine Pensionsreform in Österreich

Österreich hat als einer der wenigen EU-Staaten keine Pensionsreform geschafft, nämlich keine Reform wodurch das Pensionsantrittsalter angehoben worden wäre, sagt der Pensions-Experte Bernd Marin: "90 Prozent der Arbeitnehmer in Österreicher gehen vor dem 65. Lebensjahr in Pension und 70 Prozent gehen vor dem gesetzlichen Pensionsalter in Pension."

Österreicher zu früh in Pension

Das durchschnittliche Pensionsalter liege in Österreich sogar unter 60 Jahren. Das bedeute, die Menschen gehen zu früh in Pension und beziehen - wegen der steigenden Lebenserwartung - immer länger eine oder mehrere Pensionen.

Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen

Zudem gebe es große Ungerechtigkeiten, etwa zwischen Männern und Frauen, oder zwischen Menschen, die in der Privat-Wirtschaft gearbeitet haben oder im Öffentlichen Dienst. Das zeige sich daran, wie viel der Staat zu den Pensionen dazu zahlen muss. Marin: "Ein Viertel der Pensionen sind im privaten Bereich nicht gedeckt, jede zweite Pension im öffentlichen Sektor."

Pensionskonto einführen

Deshalb fordert Bernd Marin eine grundlegende System-Umstellung, gemeinsam mit dem Management-Club: die Einführung einer sogenannten Flexi-Pension. Das Grundprinzip: Nach einer Phase der Umstellung sollte Arbeiten bis 65 die Norm sein, sagt Herbert Paierl, früher ÖVP-Politiker, jetzt Präsident des Management-Clubs : "Ab 2012 kann der Hebel umgelegt werden. Alle Berufstätigen würden auf das Pensionskonto umgestellt werden. Bis 2020 würde dann das derzeitige Pensionsalter von unter 60 auf das gesetzliche Alter von 65 herangeführt werden." Wer früher in Pension gehen will, bekommt deutlich weniger, wer länger arbeitet eine höhere Pension.

Länger arbeiten wollen, aber nicht können

Dieses heute vorgestellte Modell ist grundsätzlich nicht neu, lehnt sich am bisherigen System des Pensionskontos und der Korridorpension an. Beides klappt aber bisher nicht wie gewünscht oder beabsichtigt. Angesichts der derzeitigen gespannten Arbeitsmarktlage scheint auch fraglich, ob die Menschen wirklich länger arbeiten könnten wenn sie wollten.

Flexi-Modell: Es geht, wenn man nur will

Trotzdem geben sich Bernd Marin und Herbert Paierl zuversichtlich, dass dieses Flexi-Pensions-Modell umsetzbar sei: "Theoretisch ganz leicht. Ja, wenn sie es wollen.", sagen die beiden Flexi-Pensions-Anhänger.

SPÖ sieht keine dramatische Situation

Der Bundeszuschuss zu den Pensionen ist zuletzt kräftig gestiegen und belastet das angespannte Budget nicht unerheblich. Experten führen das auf die Schlupflöcher im Pensionssystem zurück. Die ÖVP spricht von einer Kostenexplosion. Jetzt müssten Sonderpensionsrechte und Hackler-Regelung rasch abgeschafft werden. Die SPÖ beschwichtigt: die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.

OE1, Mittagsjournal, 11.06.2010

Eingefügt aus <http://oe1.orf.at/artikel/246420>


Die letzten Tage im Pensions-Paradies

Der Kollaps der Alterssicherung ist de facto beschlossene Sache, für sanfte Korrekturen ist es zu spät.

Die neuesten Bevölkerungsdaten zeigen den Pensionsschock pur: Der Kollaps der Alterssicherung ist de facto beschlossene Sache, für sanfte Korrekturen ist es zu spät. Nur die Politik bleibt unbeirrt fröhlich.

 

Wer jetzt in Pension geht, kann diese noch genießen. Zukünftigen Generationen bleibt dieser Luxus verwährt

Am 8. Juli kommt es in Wien zu einer Sensation: Ein 71-jähriger Mann wird feierlich geloben, noch weitere sechs Jahre im Berufsleben zu bleiben. Der Mann heißt Heinz Fischer und will als Bundespräsident arbeiten bis 77. Ein unerhörter Vorgang in einem Land, das seine jungen Alten im Durchschnitt fast 20 Jahre früher in den bezahlten Ruhestand entlässt.

In Wahrheit können wir uns diesen Luxus schon lange nicht mehr leisten. Die jüngsten Bevölkerungsdaten - vor wenigen Tagen von der Statistik Austria präsentiert - zeigen die seit Jahren bekannten Lücken der Alterssicherung in ungeahnter Brutalität. Schon heute sind jede zweite Beamtenpension und jede vierte ASVG-Pension nicht durch Beiträge gedeckt. Im Schnitt stammen somit 30 Prozent aller Rentenleistungen aus Steuergeld. Der Bundeszuschuss für Pensionen betrug 2008 noch 2,6 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es schon 3,6 Milliarden, heuer könnten es nach einer Vorschau der Pensionsversicherungsanstalt 4,6 Milliarden sein. Da ein Rechtsanspruch auf Pension besteht, schlummern hier enorme verdeckte Staatsschulden für die künftigen Generationen.

Krise bringt erste Dämpfer

Das ist schlimm, aber noch lange nicht so schlimm wie das, was in Bälde auf uns zukommt. Denn die geburtenstärksten Jahrgänge (geboren zwischen 1960 und 1968) stehen derzeit großteils noch in Lohn und Brot. Die Einnahmen aus Pensionsbeiträgen sprudeln also noch ziemlich stark, obwohl die Wirtschaftskrise im Vorjahr für erste Dämpfer sorgte. Ab 2012 beginnt die wahre Krise, wenn diese starken Altersgruppen schrittweise als Beitragszahler ausfallen, dafür aber als Pensionisten versorgt werden müssen.

"Bis 2018 kann man sich noch drüberretten, indem man wirklich alle Tricks bis zum Anschlag ausnützt", warnt Sozialexperte Bernd Marin. Gemeint ist mit "Tricks", dass beispielsweise junge Mütter sofort nach der Entbindung wieder arbeiten gehen und eine starke Zuwanderung von vermittelbaren Arbeitskräften herrscht.

Wirklich unbeherrschbar wird die Dynamik aber durch die rasch steigende Lebenserwartung. Pro Jahr steigt sie um rund 100 Tage. Das ist wunderbar und großartig, hat aber seinen Preis: 240 Millionen Euro müssen allein für diesen Alterungszuwachs alljährlich berappt werden. "Das könnte man wegarbeiten, indem man jährlich das Pensionsalter um eine geringe Zeitspanne erhöht", sagt Marin. Eine solche Automatik in der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters müsste den Menschen doch erklärbar sein, glaubt der Forscher: "Ich wüsste nicht, was daran so grauslich oder unmenschlich sein soll, wenn wir uns darauf einigen, statistisch nicht länger als 25 Jahre in Pension zu sein."

Das Lavieren der Politik

Die Politik scheint sich mit solchen Gedanken jedoch nur sehr zögerlich anzufreunden. Sozialminister Rudolf Hundstorfer sagt zur Kleinen Zeitung: "Die Menschen werden länger in Erwerbstätigkeit bleiben müssen. Das wird so sein." Allerdings schränkt er sofort ein: Die Frage des "Wie" sei noch völlig offen.

Einer der wenigen Mahner ist Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka, der darauf drängt, wenigstens Zusatz-Zuckerln zu beseitigen. Denn jeder einzelne Hackler-Pensionist, der abschlagsfrei früher in Pension geht, verursacht Zusatzkosten so teuer wie ein Einfamilienhaus.

Als der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, Karl Haas, zart die Frage anklingen ließ, ob man nicht die Pensionserhöhung an die Entwicklung des Beitragsaufkommens koppeln sollte, fielen ihm sofort die Pensionistenvertreter Andreas Khol und Karl Blecha in den Arm: Diese Debatte stelle "die Grundlagen des Pensionssystems infrage".

Damit verkennen die Senioren-Lobbyisten, dass die Grundlagen des Systems sowieso längst wanken. Die heurige Pensionserhöhung (plus 1,5 Prozent) kostet 380 Millionen Euro, während die Beiträge der Arbeitnehmer nur um 250 Millionen steigen. Von 2012 bis 2035 wird sich aber die Alterslastquote verdoppeln: Auf einen Erwerbstätigen kommt dann ein ganzer Pensionist statt derzeit nur ein halber.

Sünden der Vergangenheit

"Die zusätzlichen Lasten aus Pflege, Krankheit und Pension kosten ab sofort jedes Jahr so viel wie das Bankenrettungspaket im Vorjahr", sagt Marin ungerührt. Da rächt es sich, dass wir unser System bisher nur marginal reformiert haben, obwohl wir eine lange "Gunstlage" hatten. Denn unter anderem wegen der Zuwanderung ist die Bevölkerung seit 1980 kaum gealtert. Erst jetzt beginnen starke Anstiege, die sich ab 2035 wieder verflachen.

Wie eine echte Pensionsreform aussehen kann, haben die Schweden vorexerziert. Durch kräftige Zu- und Abschläge hat man es dort geschafft, dass 70 Prozent der 55- bis 64-Jährigen noch arbeiten. Bei uns sind es nur 39 Prozent. Könnten wir das schwedische Modell kopieren, dann wäre unsere Alterssicherung um fünf Milliarden Euro billiger, rechnet Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl vor.

Der nächste Tag der Wahrheit kommt Mitte Juni. Der Managementclub wird eine von Marin verfasste Pensionsstudie präsentieren. Das brisante Dossier enthält ungeschminkte Zahlen. Doch es wäre ein Wunder, ließe sich die Politik aus ihrem gemütlichen Ruhestand reißen.

Kleine Zeitung

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Wussten Sie, dass...

Einige interessante Fakten zum Thema "Pensionen"

Wussten Sie, dass...

  • die ÖBB zum 31. 12. 2008 72.071 Pensionisten verzeichnete, aber nur 42.265 (aktive) Mitarbeiter?

  • dass der Bundesbeitrag zur Pensionsversicherung aus dem Budget (er deckt die Lücke zwischen Pensionsbeiträgen und –ausgaben) allein zwischen 2008 und 2010 von 7,67 auf 8,84 Mrd Euro steigt?

  • dass der Bundesbeitrag 2007 zu 82,8% auf Frauen und zu 17,2% auf Männer entfiel (vor allem wegen des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters)?

Quelle: Erläuterungen zum Bundesvoranschlag 2010


Zahl der Senioren steigt stark

Die Zahl der Senioren wird immer größer. 2008 lebten in Österreich bereits 1,88 Millionen Personen über 60!

Die Zahl der Senioren wird immer größer. 2008 lebten in Österreich bereits 1,88 Millionen Personen über 60, bei den wenigstens 75-Jährigen wurden schon mehr als 662.000 gezählt. Im Gegensatz dazu schrumpft die jüngste Altersgruppe.

ORF Online vom 09. November 2009

 

Kein langsamer Trend

Dass es sich hier um keinen langsamen Trend handelt, zeigt der Vergleich mit dem Jahr 2000: Da waren erst 1,65 Millionen über 60 und rund 568.000 mindestens 75. 1990 wurden von der Statistik 1,54 Millionen über 60-Jährige erfasst, gut 530.000 Österreicher waren damals über 75. Vor allem in dieser Gruppe ist ein massiver Anstieg über die Jahrzehnte zu verzeichnen.
1971 gab es gerade einmal knapp 354.000 Personen, die 75 oder älter waren. Freilich lebten zu diesem Zeitpunkt auch nur 7,49 Millionen Menschen in Österreich, im Vorjahr waren es 8,33 Millionen.

22,6 Prozent im Pensionsalter

Und der Trend wird auch weiter anhalten. Nach der neuesten Prognose der Statistik Austria wird die Zahl der über 60-Jährigen bis ins Jahr 2015 um weitere zehn Prozent auf 2,07 Millionen wachsen.

Bis 2030 steigt ihre Zahl auf 2,81 Millionen (plus 49 Prozent), bis 2050 schließlich auf 3,24 Millionen (plus 72 Prozent).
Gegenwärtig stehen 22,6 Prozent der Bevölkerung im Pensionsalter von 60 und mehr Jahren. Ab dem Jahr 2018 werden bereits mehr als 25 Prozent der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt sein, nach 2028 bereits mehr als 30 Prozent. Bis zum Jahr 2050 steigt der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung auf 34,2 Prozent an.

22,6 Prozent im Pensionsalter

Und der Trend wird auch weiter anhalten. Nach der neuesten Prognose der Statistik Austria wird die Zahl der über 60-Jährigen bis ins Jahr 2015 um weitere zehn Prozent auf 2,07 Millionen wachsen.

Bis 2030 steigt ihre Zahl auf 2,81 Millionen (plus 49 Prozent), bis 2050 schließlich auf 3,24 Millionen (plus 72 Prozent).

Gegenwärtig stehen 22,6 Prozent der Bevölkerung im Pensionsalter von 60 und mehr Jahren. Ab dem Jahr 2018 werden bereits mehr als 25 Prozent der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt sein, nach 2028 bereits mehr als 30 Prozent. Bis zum Jahr 2050 steigt der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung auf 34,2 Prozent an.

Anteil der Älteren erhöht sich auf 17 Prozent

Noch stärker verändern sich künftig Zahl und Anteil der über 75-jährigen Bevölkerung. Diese Bevölkerungsgruppe wird von 662.000 Personen im Jahr 2008 bis 2030 auf 1,02 Millionen wachsen. Bis 2050 steigt ihre Zahl auf 1,58 Millionen an. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird sich in diesem Zeitraum von acht über elf (2030) auf 17 Prozent (2050) ebenfalls mehr als verdoppeln.

Besonders stark fiel zuletzt der Zuwachs bei den Hochbetagten (85+ Jahre) aus. Deren Zahl stieg in den letzten fünf Jahren von 123.500 auf 173.200 Personen, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit bereits bei 2,1 Prozent. Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung nimmt bis 2050 um 5,8 Jahre zu, von derzeit 41,1 Jahre (2008) auf 46,9 Jahre.

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