Frauen

Banken und Versicherungen sollten ihr Angebot stärker auf die Bedürfnisse von Frauen ausrichten, meint die Unternehmensberatung A.T. Kearney. Denn Frauen legen ihr Geld völlig anders an als Männer.

Europäische Finanzdienstleister schenken der Kundengruppe der Frauen zu wenig Beachtung. Sie sollten künftig verstärkt speziell auf weibliche Kunden zugeschnittene Anlageprodukte und Beratungen anbieten, empfiehlt die Unternehmensberatung A.T. Kearney. "In vielen anderen Branchen haben die Unternehmen das Potenzial des 'weiblichen Marktes' bereits erkannt und in Produkte und Marketing investiert, mit denen sie die Frauen besser erreichen", sagt Daniela Chikova, Bankenexpertin bei A.T. Kearney. Die Finanzdienstleister hinkten aber immer noch stark hinterher.

Hintergrund ist eine Studie, die A.T. Kearney gemeinsam mit dem Research-Haus YouGov durchgeführt hat: Demnach zeigen sich zwischen Frauen und Männern deutliche Unterschiede, wenn es um die Nutzung von Finanzprodukten geht. Der Umfrage zufolge investieren Frauen zum Beispiel deutlich weniger als Männer in Aktien, Anleihen oder Fonds. Während in Europa jeder vierte Mann in solche Wertpapiere investiert, legt nur jede sechste Frau ihr Geld in diese Investmentprodukte an. Zudem sind Frauen bei ihrer Geldanlage weniger risikofreudig als Männer und sind eher an ethischen, nachhaltigen Anlageprodukten interessiert.

Frauen sind schlechter auf die Rente vorbereitet
Frauen verfügen auch seltener über eine Betriebsrente als Männer, lautet ein weiteres Ergebnis der Studie. Während 35 Prozent der Männer eine betriebliche Altersvorsorge haben, sind es europaweit nur 30 Prozent der Frauen. "Sie sind damit deutlich schlechter auf die Pension vorbereitet als Männer", sagt A.T.Kearney-Expertin Chikova.

Im Alter zeige sich zudem häufig die mangelnde Vorbereitung von Frauen auf die Finanzverwaltung. Wenn der Partner gestorben sei, stünden viele Frauen ratlos da. Das sei ein weiterer Grund für Banken, sich stärker auf die Kundengruppe der Frauen einzustellen, besonders auf ältere Kundinnen- Sie schlägt vor, gegenüber Frauen etwa verstärkt mit nachhaltigen Investments zu werben oder ältere Kundinnen von gleichaltrigen Beraterinnen betreuen zu lassen.
Für die Studie haben A.T.-Kearney und YouGov europaweit insgesamt 6.000 Menschen nach ihren Finanzgewohnheiten befragt. (mb)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren